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Erdogans Revolver

Rainhard Kloucek

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Der Umgang europäischer Politiker mit dem Revolver-Geschenk aus der Türkei ist ein Sinnbild der Verteidigungsfähigkeit. Ein Kommentar  von Rainhard Kloucek

Zum türkischen Präsidenten Erdogan kann man stehen wie man will. Einen Demokraten sollte man ihn aber keinesfalls nennen. Einen Sinn für die Bereitschaft zur Verteidigung „seines“ Landes aber kann man ihm nicht absprechen. Das mussten auch die Russen zur Kenntnis nehmen, als sie meinten, beim Einsatz in Syrien den türkischen Luftraum nutzen zu dürfen.
Erdogan hat auch einen Sinn für die Symbolik bei Gastgeschenken. Beim jüngsten Nato-Gipfel in Ankara erhielten die teilnehmenden Regierungsvertreter einen Revolver Gümüsay .357 Magnum (der erste in der Türkei produzierte Revolver, ein Stück Waffengeschichte), mit eingraviertem Namen, mit Munition, und mit einer Ausfuhrgenehmigung. Die Botschaft dahinter war klar: die Nato ist ein Verteidigungsbündnis. Ein Verteidigungsbündnis muss sich verteidigen können, und es muss abschrecken können. Mit Teddybären geht das nicht, da braucht man Waffen.
Spätestens seit der Vernichtungsinvasion des Moskauer Kolonialreiches in die Ukraine sollte man das auch in Europa wissen. Der Umgang der Europäer mit dem Gastgeschenk aus der Türkei aber sagt sehr viel über das Verständnis von Verteidigungsfähigkeit aus. Der britische Premier beispielsweise verwies darauf, dass es illegal wäre, den Revolver auf die Insel zu importieren.
Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, ließ mitteilen, dass sie den Revolver einem Museum in Brüssel schenken werde. Davor aber werde die Waffe demilitarisiert, also unbrauchbar gemacht. Nun ist es, in Anspielung auf eine Inschrift im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, schon wünschenswert, dass Kriege ins Museum gehören.
Die Realität allerdings sieht anders aus. Ändern lässt sich das nur, wenn man mit entsprechender Verteidigungsbereitschaft auftritt. Von der Leyen hat aber schon als Verteidigungsministerin in Deutschland bewiesen, dass sie lieber ein Militär ruiniert, als Verteidigungsbereitschaft herzustellen.
Ihr Anspruch, eine geopolitische Kommission leiten zu wollen, entpuppt sich durch solche Aktionen  als Anspruch, der mit der Realität der Handlungen nicht korrespondiert. Das zeigt sich auch in der Europäischen Feuerwaffenrichtlinie.
c Beitragsbild: NATO. Die Teilnehmer am Nato-Gipfel in der Türkei beim Abendempfang

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Rainhard Kloucek