
{"id":1888,"date":"2019-08-15T19:59:42","date_gmt":"2019-08-15T17:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paneuropa.at\/?p=1888"},"modified":"2019-08-15T19:59:42","modified_gmt":"2019-08-15T17:59:42","slug":"morgenrot-der-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/en\/morgenrot-der-freiheit\/","title":{"rendered":"Morgenrot der Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Paneurop\u00e4ische Picknick vom 19. August 1989 war ein welthistorisches Ereignis. Seine Botschaften von damals sind heute noch genauso aktuell. Eine Bewertung von Rainhard Kloucek<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201ePaneuropa ist ganz Europa\u201c. F\u00fcr diese klare Aussage wurden die Vertreter der Paneuropabewegung von vielen Vertretern der Realpolitik immer wieder als Revanchisten, kalte Krieger und Ewiggestrige abgetan. Was heute fast selbstverst\u00e4ndlich ist, dass man die Grenzen nach Ungarn, Tschechien, der Slowakei oder auch nach Slowenien fast ganz ohne Probleme und Kontrollen \u00fcberschreiten kann, war vor 30 Jahren noch politischer Wunschtraum eben dieser Revanchisten. Die Nato im Westen, der Warschauer Pakt im Osten, dazwischen ein paar Neutrale, das war die aus dem Vertrag von Jalta erwachsene \u201eOrdnung\u201c eines geteilten Europa. An der Berliner Mauer wurde genauso geschossen wie an den sonstigen Teilen des Eisernen Vorhanges. Trotzdem versuchten immer wieder Menschen, dem \u201esozialistischen Paradies\u201c zu entfliehen. Am 19. August 1989, beim Paneurop\u00e4ischen Picknick, gelang dann die Massenflucht, der Eiserne Vorhang zerfiel, die Berliner Mauer wurde \u00fcberwunden, die Statthalter des Sowjetkommunismus in Mitteleuropa wurden Gro\u00dfteils Geschichte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1890 size-full\" src=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-1-kleiner-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1181\" height=\"806\" srcset=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-1-kleiner-1.jpg 1181w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-1-kleiner-1-300x205.jpg 300w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-1-kleiner-1-1024x699.jpg 1024w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-1-kleiner-1-768x524.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1181px) 100vw, 1181px\" \/><\/p>\n<p>Wegbereiter dieser Entwicklung waren wohl Polen und Ungarn. Den westlichen\u00a0Regierungen \u2013 mit Ausnahme weniger Vertreter \u2013 kann man hier kaum einen Verdienst zuschreiben. Als in Polen Anfang der achtziger Jahre die Arbeiter den kommunistischen Gewerkschaften davonliefen, und die Gewerkschaftsbewegung\u00a0Solidarnosc&#8217; unter Lech Walesa begann einen friedlichen Machtwechsel in Polen zu fordern, hielt der \u00d6sterreichische Gewerkschaftsbund \u00d6GB an seinen Kontakten zur kommunistischen Staatsgewerkschaft fest, und baute auch keine Verbindungen zur Solidarnosc&#8217; auf. Am 4. Juni 1989 gab es in Polen bereits erste \u201efreie\u201c Wahlen. Die Solidarnosc&#8217; eroberte dabei 99 von 100 Senatssitzen sowie alle der 160 frei zu w\u00e4hlenden Sitze im Sejm, dem polnischen Parlament. Die Kommunisten hatten sich in den vorangegangenen Verhandlungen 300 Sitze im Sejm reserviert. Zwei Monate sp\u00e4ter hatte das Land mit Tadeusz Mazowiecki einen nichtkommunistischen Premierminister.<\/p>\n<p>In Ungarn hatte es schon Jahre zuvor einen geheimen Beschluss gegeben, neue Gesetze so zu formulieren, dass sie kompatibel zu den Bestimmungen der damaligen EG waren. 1989 begannen die Magyaren dann mit dem schrittweisen Abbau des Eisernen Vorhanges. Am 27. Juni 1989 fand der allseits bekannte Fototermin an der \u00f6sterreichisch-ungarischen Grenze statt, bei dem die beiden Au\u00dfenminister Gyula Horn (Ungarn) und Alois Mock (\u00d6sterreich) ein St\u00fcck Stacheldraht durchschnitten. Das Bild ging um die Welt. Das erste sichtbare Loch war da, und so mancher Ungarnurlauber aus einem der sozialistischen Bruderl\u00e4nder machte sich dieses Loch f\u00fcr einen \u00dcbertritt in die Freiheit zu Nutze.<\/p>\n<h5>Der 27. und der 28. Juni 1989<\/h5>\n<p>Der 27. Juni 1989 ist aber auch ein Symbol daf\u00fcr, wie nahe positive und negative historische Ereignisse beieinander liegen k\u00f6nnen. Am Tag darauf, am Veitstag des Jahres 1989, hielt der serbische Tyrann Slobodan Milosevic seine ber\u00fchmt gewordene Rede am Amselfeld. Sie war der Beginn eines zehn Jahre dauernden Krieges in S\u00fcdosteuropa, der Tod, Genozid, Vertreibung, Vergewaltigung und Elend brachte, der aber den Freiheitswillen der V\u00f6lker der Region nicht brechen konnte.<\/p>\n<p>Bereits 1987, so berichtete bei einer Veranstaltung zum zehnten Jahrestag des Paneurop\u00e4ischen Picknicks in Sopron der ungarische Generalmajor J\u00e1nos Sz\u00e9kely, habe der Grenzschutz, dessen Chef er war, eine Vorlage f\u00fcr die Regierung erarbeitet, die einen Abbau der elektronischen Grenzsicherung empfahl. Die Anlagen waren teilweise kaputt, reagierten auf Wind, Wetter und Vogelflug, sodass die Soldaten Alarmmeldungen \u2013 meist ohne zu kontrollieren \u2013 wieder abstellten. In Moskau war Michael Gorbatschow an der Macht. Dem ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Miklos Nemeth hatte er versprochen, die \u201eS\u00fcnde von 1956\u201c nicht zu wiederholen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1891\" style=\"width: 1073px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1891\" class=\"wp-image-1891 size-full\" src=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1063\" height=\"1544\" srcset=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1.jpg 1063w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1-207x300.jpg 207w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1-705x1024.jpg 705w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1-768x1116.jpg 768w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Buehne-3-kleiner-1-1057x1536.jpg 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><p id=\"caption-attachment-1891\" class=\"wp-caption-text\">Rechts neben dem Mann am Mikrofon im hellen Anzug steht Klaus Lange, damals Landesobmann der Paneuropabewegung Nieder\u00f6sterreich, rechts von ihm Vinzenz Liechtenstein, der bis 1987 Vorsitzender der Paneuropabewegung \u00d6sterreich war, sp\u00e4ter dann Abgeordneter im Nationalrat und Bundesrat. Beide haben bei der Veranstaltung Reden gehalten. Rechts von ihnen, mit dem Mascherl, Laszlo Nagy vom damaligen Ungarischen Demokratischen Forum in Sopron, einer der Organisatoren des Picknicks.<\/p><\/div>\n<p>Da war auf der anderen Seite ein US-Pr\u00e4sident Ronald Reagan, der nicht nur \u2013 unter anderem in einer brillanten Rede vor dem Brandenburger Tor bei einem Besuch in Berlin im Jahr 1987 \u2013 den Generalsekret\u00e4r der KPdSU Michail Gorbatschow dazu aufrief, den Eisernen Vorhang nieder zu rei\u00dfen, sondern mit seiner R\u00fcstungspolitik die UdSSR zum wirtschaftlichen Offenbarungseid zwang. Auf gar keinen Fall vergessen sollten wir dabei den mittlerweile heilig gesprochenen damaligen Papst Johannes Paul II., der nicht nur aus einem kommunistischen Land kam, sondern wie kaum ein Papst davor sich f\u00fcr die \u00dcberwindung der Teilung Europas einsetzte, der mit seinem Besuch in Polen den Leuten klar sagte, dass sie keine Furcht haben sollten.<\/p>\n<p>Am 19. August, am Vorabend des ungarischen Nationalfeiertages sollte an der \u00f6sterreichisch-ungarischen Grenze jene paneurop\u00e4ische Politik, die sich mit der Teilung des Kontinentes niemals abfinden wollte, zumindest f\u00fcr kurze Zeit in die Tat umgesetzt werden. Bei einem Paneurop\u00e4ischen Picknick an der Grenze k\u00f6nnten B\u00fcrger beider L\u00e4nder einmal ausprobieren, wie es denn sein w\u00fcrde, ohne Eisernen Vorhang.<\/p>\n<p>Der ungarische Staatsminister Imre Pozsgay und Otto von Habsburg, damals Pr\u00e4sident der Paneuropa-Union und Mitglied im Europ\u00e4ischen Parlament, hatten die Schirmherrschaft \u00fcbernommen. Beide entschlossen sich nicht selbst an der Veranstaltung teilzunehmen. Otto von Habsburg schickte seine Tochter Walburga. Pozsgay schickte seinen Mitarbeiter Laszlo Vass. Die offizielle Begr\u00fcndung warum beide Schirmherren nicht zum Picknick kamen war, dass man durch die Anwesenheit der beiden doch bekannten und exponierten Pers\u00f6nlichkeiten die doch heikle politische Lage nicht noch irgendwie anheizen wollte, dass man Moskau nicht provozieren wollte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Otto von Habsburg gab es noch ein ganz anderes Motiv nicht zu kommen. Er hatte bei seinen vorangegangenen Besuchen in Ungarn gesehen, zu welchen, teils nostalgischen, Aufl\u00e4ufen seine Besuche in Ungarn wurden. Da w\u00e4re er im Mittelpunkt gestanden. Das wollte er vermeiden, ihm ging es um die Botschaft dieses \u201ePaneurop\u00e4ischen Picknicks\u201c.<\/p>\n<h5>Baue ab und nimm mit<\/h5>\n<p>\u201eBaue ab und nimm mit!\u201c So stand es auf dem Flugblatt f\u00fcr das Picknick. \u201eDie Teilnehmer d\u00fcrfen sich selbst am Abriss des Eisernen Vorhanges beteiligen und das mit einem Zertifikat versehene St\u00fcck mitnehmen!\u201c Wegen des Zertifikates war wohl niemand gekommen. Es ging um die Freiheit.<\/p>\n<div id=\"attachment_1893\" style=\"width: 1191px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1893\" class=\"wp-image-1893 size-full\" src=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Burgi-Rede-2-kleiner-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1181\" height=\"806\" srcset=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Burgi-Rede-2-kleiner-1.jpg 1181w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Burgi-Rede-2-kleiner-1-300x205.jpg 300w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Burgi-Rede-2-kleiner-1-1024x699.jpg 1024w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Burgi-Rede-2-kleiner-1-768x524.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1181px) 100vw, 1181px\" \/><p id=\"caption-attachment-1893\" class=\"wp-caption-text\">Walburga Habsburg Douglas trug das Gru\u00dfwort ihres Vaters Otto von Habsburg vor.<\/p><\/div>\n<p>Erst wurde der Stacheldraht an mehreren Stellen durchtrennt und abgerissen. Auf der Wiese des Picknick-Gel\u00e4ndes stand ein Wachturm, den kurz vorher noch ungarische Grenzsoldaten benutzt hatten. Jetzt wehte da oben eine Paneuropa-Fahne. Ein kleines Tor an der Grenze wurde ge\u00f6ffnet. Doch die f\u00fcnf ungarischen Grenzer, die \u00f6sterreichischen Besuchern ein Tagesvisum ausstellen sollen, k\u00f6nnen ihre eigentliche Arbeit nicht mehr erledigen. Hunderte B\u00fcrger der sogenannten DDR waren \u2013 angelockt durch die zu Tausenden verteilten Flugbl\u00e4tter \u2013 gekommen, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Manche waren zuvor schon gescheitert, bei dem Versuch in die Freiheit zu fliehen. DiesmaI sollte es 661 Menschen gelingen.<\/p>\n<h5>Die Flucht aus dem Arbeiter- und Bauernparadies<\/h5>\n<p>Mehr als die Sachen, die sie am Leib trugen, aIlenfaIls noch eine kleine Tasche, hatten sie nicht mit. Walburga Habsburg Douglas, die damals (noch als Walburga von Habsburg) ihren Vater Otto von Habsburg bei dem Picknick vertrat, wurde bei einer Veranstaltung der Burgenl\u00e4ndischen Volkszeitung BVZ von deren Herausgeberin Gudula Walterkirchen gefragt, was f\u00fcr sie das Beeindruckendste an dem Tag war. Sie meinte, sie werde nie vergessen, wie sie damals Menschen gesehen hatte, die vor lauter Gl\u00fcck und Freude \u00fcber die gelungene Flucht weinten. Normalerweise weine man aus Trauer und Schmerz, hier weinten die Menschen aus Freude und Gl\u00fcck. Das zweite was sie beeindruckt hat, war, dass die Fl\u00fcchtlinge ihre Autos stehen lie\u00dfen. Auch wenn es nur ein Trabi war, so musste man damals viele Jahre warten, bis man \u00fcberhaupt zu einem Auto kam. Aber vor die Wahl gestellt zwischen Freiheit und Auto war die Entscheidung klar.<\/p>\n<p>Zu den Helden des Tages geh\u00f6rten neben den Organisatoren auch die ungarischen Z\u00f6llner, die in dem Chaos, das die Massenflucht brachte, Ruhe bewahrten. Walburga Habsburg Douglas erinnert sich an ein Gespr\u00e4ch mit einem der Z\u00f6llner: \u201eWir haben drei M\u00f6glichkeiten. Entweder schie\u00dfen wir in die Masse der Fliehenden, aber das werden wir sicher nicht tun, denn wir wollen niemanden verletzen. Oder wir versuchen die Menschenmassen zu stoppen, aber das k\u00f6nnen wir mit unseren Kr\u00e4ften nicht, wir sind daf\u00fcr viel zu wenige. Die dritte M\u00f6glichkeit ist die, die uns am besten und richtigsten erscheint: Wir drehen uns um und lassen alle die wollen in die Freiheit laufen.\u201c Danach bat er sie um ein Autogramm auf einen der rosa Visaantr\u00e4ge, \u201ezur Erinnerung an einen f\u00fcr Europa historischen Tag\u201c, wie er sagte.<\/p>\n<p>Nach dem Picknick wurde die Grenze wieder geschlossen. Am 10. September 1989 wurde sie von ungarischer Seite allerdings ge\u00f6ffnet. In den Tagen zwischen Picknick und Grenz\u00f6ffnung kam es noch bei einem Fluchtversuch zu einem tragischen Zwischenfall, der einem deutschen Fl\u00fcchtling das Leben kostete.<\/p>\n<h5>Erich Honecker und Otto von Habsburg<\/h5>\n<p>Erich Honecker, mit den Ereignissen \u00fcberhaupt nicht einverstanden, machte in einem Interview mit dem Daily Mirror \u2013 Herausgeber Robert Maxwell f\u00fchrte das Interview pers\u00f6nlich \u2013 Otto von Habsburg f\u00fcr die Massenflucht aus seiner DDR verantwortlich: \u201eHabsburg verteilte Flugbl\u00e4tter bis weit nach Polen hinein, auf denen die Ostdeutschen Urlauber zu einem Picknick eingeladen wurden. Als sie dann zu dem Picknick kamen, gab man ihnen Geschenke, zu Essen und Deutsche Mark, dann hat man sie \u00fcberredet in den Westen zu kommen.\u201c Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung kommentierte es als einen Witz der Geschichte, dass gerade \u00d6sterreich-Ungarn den Preu\u00dfen in die Freiheit verhalf.<\/p>\n<div id=\"attachment_1894\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1894\" class=\"wp-image-1894 size-full\" src=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chef-mit-Trabi-e1565891895258-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chef-mit-Trabi-e1565891895258-1.jpg 1200w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chef-mit-Trabi-e1565891895258-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chef-mit-Trabi-e1565891895258-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/pan.thatscommunication.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chef-mit-Trabi-e1565891895258-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-1894\" class=\"wp-caption-text\">Ein Schnappschuss von einer der Gedenkveranstaltungen zum Paneurop\u00e4ischen Picknick: Otto von Habsburg vor einem Trabi, in der Windschutzscheibe steckt die Einladung zum Picknick.<\/p><\/div>\n<p>In seinem Gru\u00dfwort, das von seiner Tochter Walburga vorgetragen wurde, sprach Otto von Habsburg vom \u201eMorgenrot der Freiheit\u201c, das an diesem Tag sichtbar wurde. \u201eWir m\u00fcssen uns weiter daf\u00fcr einsetzen, dass in Ungarn eine echte pluralistische Demokratie und b\u00fcrgerliche Freiheit entsteht, und eine solche soziale Ordnung, die jedem unserer Landsleute eine menschenw\u00fcrdige Existenz sichert. Auf diesem Weg haben wir bereits gro\u00dfe, ich m\u00f6chte sagen jede Hoffnung \u00fcbersteigende Erfolge erzielt. Aber der Erfolg ist kein Polster, auf dem man sich ausruhen kann. Der Erfolg kann nur ein Ausgangspunkt sein. Es ist unsere Aufgabe die ungarische und die europ\u00e4ische Zukunft zu gestalten.\u201c<\/p>\n<p>1996 wurde in Fert\u00f6rakos (Kroisbach), der Nachbarortschaft von Sopron (\u00d6denburg), eine dem Stacheldraht nachempfundene sieben Meter hohe Skulptur zum Gedenken an das historische Ereignis aufgestellt. Sch\u00f6pferin der Skulptur war die als K\u00fcnstlerin bekannte Tochter von Otto und Regina von Habsburg Gabriela von Habsburg. Eine Gedenktafel tr\u00e4gt die Namen der acht wichtigsten Personen f\u00fcr das Paneurop\u00e4ische Picknick: Otto von Habsburg, der mit Imre Pozsgay die Schirmherrschaft \u00fcbernommen hatte; Walburga von Habsburg und Laszlo Vass, die in Vertretung ihres Vaters bzw. des Staatsministers bei dem Picknick Reden hielten. Imre Kozma, damals Pr\u00e4sident des Ungarischen Malteserdienstes, der in Budapest ein Fl\u00fcchtlingslager f\u00fcr DDR-B\u00fcrger eingerichtet hatte; Csilla Freifrau von Boeselager, die sich unerm\u00fcdlich um die Fl\u00fcchtlinge k\u00fcmmerte; Lukacs Szabo, damals Vorsitzender des Demokratischen Forums von Debrecen und seine Assistentin Maria F\u00fclep. Entstanden war die Idee zu dem Picknick nach einer Veranstaltung mit Otto von Habsburg an der Universit\u00e4t von Debrecen, im Gespr\u00e4ch mit ungarischen Oppositionellen.<\/p>\n<p>Das entscheidende Element an dem historischen Ereignis \u201ePaneurop\u00e4isches Picknick\u201c, mit dem Weltgeschichte geschrieben wurde, sind aber die klaren politischen Botschaften, die damals vermittelt wurden, und die aus Paneuropa-Sicht heute nach wie vor g\u00fcltig sind. \u201ePaneuropa ist ganz Europa\u201c ist eines der Schlagworte der Paneuropa-Politik, die zu diesem Picknick gef\u00fchrt haben, und es unzertrennlich mit Paneuropa verbinden. Die \u00d6ffnung einer Perspektive f\u00fcr einen Beitritt zur Europ\u00e4ischen Union ist eine logische Folge der 1989\/1990 gewonnen Freiheit. Das gilt heute insbesondere f\u00fcr die L\u00e4nder S\u00fcdosteuropas und die Ukraine. Kosovaren, Bosnier oder Ukrainer haben genauso ein Recht auf Europa wie Ungarn, \u00d6sterreicher oder Polen. Vor allem darf man nicht vergessen, dass dieses Picknick an einer Grenze stattfand, die \u00fcber Jahrhunderte gar keine Grenze war, weil hier Mitteleuropa war und ist, wie Karl von Habsburg in einer Presseerkl\u00e4rung zum 30. Jahrestag des Paneurop\u00e4ischen Picknicks festh\u00e4lt.<\/p>\n<h5>Die Botschaften gelten auch heute noch<\/h5>\n<p>Eine weitere Botschaft dieses Paneurop\u00e4ischen Picknicks war nat\u00fcrlich: Europa statt Nationalismus. Es ist die Botschaft eines vereinten Europa gegen ein Europa des Nationalismus, eines Europa der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit statt Totalitarismus und politischer Willk\u00fcr. Freiheit ohne Verantwortung kann nicht existieren und Verantwortung kann aber auch nicht ohne Freiheit existieren. In dem Augenblick wo der Staat beginnt Dinge zu regeln, die genaugenommen in der Kompetenz des Einzelnen liegen, beschr\u00e4nkt er Freiheit und Verantwortung. Wenn der Einzelne seine Verantwortung nicht mehr selber wahrnimmt entschwindet auch der Begriff der Freiheit.<\/p>\n<p>30 Jahre nach dem Paneurop\u00e4ischen-Picknick ist es so wichtig wie damals, die inhaltliche Dimension der damaligen Ereignisse zu betonen. Das Paneurop\u00e4ische Picknick war ein historisches Ereignis, seine Historisierung aber w\u00fcrde ihm nicht gerecht werden.<\/p>\n<p>Die Paneuropabewegung \u00d6sterreich bedankt sich recht herzlich bei Dr. Klara Kotai-Szarka f\u00fcr die historischen Aufnahmen von 1989.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Paneurop\u00e4ische Picknick vom 19. August 1989 war ein welthistorisches Ereignis. Seine Botschaften von damals sind heute noch genauso aktuell. 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